Die Phase-3-Daten zu Modernas personalisiertem Melanom-Impfstoff kamen früher als erwartet. Die Präsentation war für Samstag, 24. Oktober, am ESMO-Kongress in Madrid angesetzt (ESMO ist die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie). Doch am Donnerstag, 22. Oktober, gegen 18:30 Uhr Zürcher Zeit erschienen die Resultate auf der medizinischen Nachrichtenseite Oncology Central. Sie wurden kurz darauf entfernt, aber Screenshots verbreiteten sich schnell auf X und Reddit.

Der Ausverkauf begann deshalb zwei Tage früher als geplant, noch in derselben Handelssitzung. Die Aktie fiel im Tagesverlauf um bis zu 26% und schloss rund 17% tiefer bei 202.63 Dollar. Ohne das Leck hätte der Markt erst am Montag, 26. Oktober, reagiert.

Liniendiagramm der täglichen Moderna-Schlusskurse vom 12. August bis 30. Oktober 2026 mit vier Unterstützungszonen. Nach dem Datenleck vom 22. Oktober schloss die Aktie 17.6% tiefer bei 202.63 Dollar und erholte sich bis zum 30. Oktober auf 221.72 Dollar
Das Leck zog den Ausverkauf um zwei Handelstage vor. Die Zonen sind unsere Lesart des Charts, keine Prognose. Quellen: Yahoo Finance, Nasdaq.

Die stärkste jüngste Unterstützung hielt. Die Zone von 209 bis 217 Dollar gab nach, doch die Zone von 183 bis 197 Dollar aus unserer Chartanalyse fing den Fall auf. Im Tagesverlauf rutschte die Aktie kurz auf rund 180 Dollar, aber kein Schlusskurs lag unter 197 Dollar. Der tiefste Schlusskurs waren 198.85 Dollar am 26. Oktober, und bis zum 30. Oktober stand die Aktie wieder bei 221.72 Dollar. Das zeigt, wo Käufer diesmal eingestiegen sind, nicht wo sie es das nächste Mal tun.

Die durchgesickerten Zahlen erwiesen sich als praktisch identisch mit den offiziellen Resultaten. ESMO hob das Embargo (die Veröffentlichungssperre) noch am selben Tag auf, und Merck und Moderna bestätigten die Zahlen: ein um 42% tieferes Risiko für eine Rückkehr des Krebses oder Tod gegenüber Keytruda allein, Mercks Immuntherapie und der heutigen Standardbehandlung nach einer Operation.

Wer hinter dem Leck steckt, ist noch unklar, und ESMO untersucht den Fall. Eine interessante Randgeschichte, die wir hier aber nicht weiterverfolgen. Der nächste echte Test ist der Quartalsbericht vom 6. November.

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